Projekt: Sedimentgebundener P-Austrag in Sachsen-Anhalt

Neues Forschungsvorhaben „Entwicklung und Anwendung einer Methode zur feldblockbezogenen Abschätzung des wassererosionsbedingten und sedimentgebundenen P-Austrages in die Fließgewässer Sachsen-Anhalts“

Projektbeteiligte:

Projektpartner: Landesanstalt für Landwirtschaft und Gartenbau Sachsen-Anhalt (LLG)

Anlass des Vorhabens:
Derzeit verhindern die Höhe der Nährstoffeinträge sowie noch sehr hohe Vorbelastungen der Gewässer im Einzugsgebiet der Elbe das Erreichen der Umweltziele der europäischen Wasserrahmenrichtlinie in vielen Grundwasserkörpern und Fließgewässern des Landes Sachsen-Anhalt. Um diese Ziele zu erreichen, ist es notwendig, eine Nährstoffminderungsstrategie für das Flussgebiet der Elbe auf nationaler und internationaler Ebene umzusetzen. In diesem Zusammenhang plant auch das Land Sachsen-Anhalt die Nährstoffeinträge in das Grund- und Oberflächenwasser, vor allem über diffuse Eintragsquellen und erosive Bodenabträge aus landwirtschaftlichen Flächen zu vermindern. Besonderes Augenmerk muss hierbei dem Oberflächenabfluss als Haupteintragspfad gewidmet werden, da über diesen auf dem Feld ausgebrachte Dünger oder Pflanzenschutzmittel ins Gewässer gelangen und das dortige Ökosystem belasten.
Voraussetzung hierfür ist die landesweite und detaillierte Kenntnis der landwirtschaftlichen Anschlussflächen an das zugehörige Fließgewässer und der potenziellen Sedimentmenge, mit der das Gewässer befrachtet wird. Diese Informationen liegen gegenwärtig nicht in der für die Maßnahmenplanung notwendigen Detailliertheit vor.

Ziele des Vorhabens:
Der Forschungsschwerpunkt des Gesamtvorhabens besteht in der Entwicklung eines automatisierten Verfahrens zur Modellierung des Gewässeranschlusses abtragsgefährdeter Landwirtschaftsflächen und eines Berechnungsalgorithmus zur feldblockbezogenen Abschätzung des sedimentgebundenen P-Austrages infolge von erosiven Bodenabträgen für mittlere, starke und extreme Niederschläge unter den Bewirtschaftungsbedingungen Sachsen-Anhaltes.

  • Entwicklung der methodischen Grundlagen für eine Automatisierung der Ausweisung von Gewässeranschlussflächen einschließlich der GIS-technischen Umsetzung zur Berücksichtigung der Abstandsauflagen gem. §5 (3) E-DüV
  • Erarbeitung einer Vorgehensweise zur hochauflösenden Berechnung von Bodenabträgen auf Schlagebene unter Berücksichtigung der gegenwärtig in Sachsen-Anhalt praktizierten Bodenbearbeitungs- und Anbausysteme zur Planung von Maßnahmen in gefährdeten Gebieten gem. §13 E-Düv
  • Weiterentwicklung des Erosionsmodellansatzes der MUSLE zur Berechnung von Sedimentabträgen von erosionswirksamen Flächen und aus Abflussbahnen
  • Validierung der Modellansätze und -ergebnisse in Testgebieten und landesweite Anwendung
  • Webgestützte, dynamische Visualisierung der Modellergebnisse

Finanzierung: Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft und Energie des Landes Sachsen-Anhalt

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